Themenfelder

Ein wichtiger Schlüssel für die moderne Wissenschaft ist es, die Mechanismen von komplexen Hirnfunktionen zu verstehen. Antworten zu grundlegenden Fragen in diesem Bereich wirken sich in vielerlei Hinsicht auf unser alltägliches Leben aus:

  • 1. Was sind die Voraussetzungen für erfolgreiches lebenslanges Lernen?

    Die Gesellschaft steht vor der Herausforderung, bessere Bedingungen für lebenslanges Lernen schaffen zu müssen. Auf der einen Seite gibt es immer mehr Schulabbrecher, und auf der anderen Seite steigt die Zahl der Menschen, die sich durch Bildungsmangel beruflich ausgegrenzt fühlen oder im Alter an Demenz leiden. Ein besseres Verständnis der Hirnmechanismen, die Lernprozesse steuern oder kognitive Funktionen beeinflussen, ist somit gesellschaftlich von großer Bedeutung.

  • 2. Welche Lebensstilfaktoren bewirken ein gesundes Altern?

    Mit steigendem Lebensalter lassen unsere Gedächtnisleistungen nach – allerdings variiert dieser Rückgang von Mensch zu Mensch. Essgewohnheiten, gesellschaftliche Integration oder körperliche Bewegung sind nur einige Faktoren, die sich auf Gedächtnisleistungen auswirken können, indem sie das Gleichgewicht von Zellen stören oder Entzündungen hervorrufen können.

  • 3. Wie formen genetische Merkmale in Wechselwirkung mit Umwelt-Einflüssen unsere kognitiven Fähigkeiten?

    Unsere genetischen Anlagen tragen zu unseren kognitiven Fähigkeiten bei. Die individuelle Verschiedenheit der Menschen im Bezug auf geistige Leistungsfähigkeit ist zwar bekannt, aber wie einzelne Gene im Zusammenspiel mit Umwelteinflüssen oder epigenetischen Faktoren unsere geistige Fitness beeinflussen, ist weitestgehend unbekannt.

  • 4. Wie kann Motivation zu besseren Lern- und Arbeitsleistungen führen?

    Während unseres gesamten Lebens prägt uns unsere Motivation. Ist sie entsprechend hoch, treibt sie uns an. Neuronale Prozesse im Gehirn wirken sich dabei auch auf unsere Lern- und Arbeitsleistungen aus. Im Sonderforschungsbereich 779 beschäftigen sich Wissenschaftler gezielt mit der „Neurobiologie motivierten Verhaltens“.

  • 5. Wie lassen sich Behandlungsstrategien für neuropsychiatrische Patienten individualisieren?

    Das Gesundheitssystem investiert viel Geld in die Behandlung von Patienten mit Alzheimer, Depression oder biploaren Störungen. Behandlungsstrategien müssen auf Grund von Nebenwirkungen oder unvorhergesehenen Folgen individuell auf den jeweiligen Patienten angepasst werden. Um Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern, können Bildgebungsverfahren und neue Anwendungsstrategien helfen.

  • 6. Lassen sich Mensch-Maschine-Interaktionen anhand von Hirn-Prinzipien optimieren?

    Ingenieure, Informatiker, Physiker, Psychologen und Neurowissenschaftler eint der Wunsch, in Zukunft intelligente technische Systeme zu erschaffen. Sie sollen sich auf die Bedürfnisse ihres jeweiligen Nutzers einstellen und Emotionen erkennen können. Lernprinzipien, Anpassungsfähigkeit und Verhaltensmuster stehen aus neurobiologischer Sicht hierbei im Fokus.

  • 7. Welche neurobiologischen Faktoren und Prozesse unterliegen der Entscheidungsfindung?

    Manche Entscheidungen trifft man schnell und unbewusst, über andere grübelt man lange und wägt Argumente gegeneinander ab. Auch Erwartungen spielen eine wichtige Rolle. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse lassen sich hierbei auch auf Kaufentscheidungen von Konsumenten oder größere wirtschaftliche Zusammenhänge übertragen und schlagen somit eine Brücke zu den Sozial- und Geisteswissenschaften.